Grundschule Neunburg

Aufwertung für Bildungsstandort

Der Erweiterungsbau der Neunburger Grundschule macht große Fortschritte. Der Bauzeitenplan wird erheblich unterschritten.
Von Karl-Heinz Probst

  • Der Erweiterungsbau der Grundschule in der Ledererstraße geht zügig voran. Foto: Probst
  • Architekt Michael Steidl (r.) lobte im Gespräch mit Bürgermeister Martin Birner und Rektor Siegfried Bräuer (l.) die schnelle und saubere Arbeitsweise der Baufirma Wilhelm. Foto: Probst

 

Neunburg. Die Sanierung und Erweiterung der Grundschule in der Ledererstraße mit dem Ausbau zu einer Ganztagsschule sowie dem Neubau einer Einfachsporthalle ist mit geschätzten Kosten von rund zehn Millionen Euro das größte und teuerste Projekt der Stadt Neunburg in den nächsten Jahren. Deshalb ist es verständlich, dass die Großbaustelle nicht nur von den Schülern sondern auch von vielen Bürgern aufmerksam verfolgt wird.

Sechs neue Klassenzimmer

Auch Bürgermeister Martin Birner war neugierig und ließ sich zusammen mit Rektor Siegfried Bräuer am Dienstag von Architekt Michael Steidl über den Fortschritt der Baumaßnahme seit dem Beginn am 22. Februar informieren. Steidl erinnerte, dass durch den Ausbau zu einer Ganztagsschule die Erweiterung der Grundschule notwendig sei. Im Südwesten des Gebäudes wird hierzu derzeit im ersten Bauabschnitt ein Anbau mit weiteren sechs Klassenzimmern und drei Differenzierungs- bzw. Lehrmittelräumen erfolgen. Die Erschließung dieser neuen Räume erfolgt über die Treppen und Flure des Bestandsgebäudes.

Großes Lob für Baufirma

Der Architekt bestätigte den ersten Eindruck des Bürgermeisters, dass die Neunburger Baufirma Wilhelm eine schnelle und saubere Arbeit abliefere. Auch in puncto Lärmentwicklung durch die Bautätigkeit könne man sich nicht beschweren, ergänzte Rektor Bräuer. Alles laufe ziemlich geräuschlos und wie am Schnürchen ab.

Die Mauern im Erd- und Obergeschoss stehen schon. Steidl wies auf die besondere Oberfläche des Sichtbetons hin, der nicht verputzt oder gestrichen wird. Diese Wolkenstruktur werde durch die Schalung erzeugt. Die Herstellung hochwertiger Sichtbetonflächen, die auch schon beim Mensabau der Mittelschule geschaffen wurden, erfordere ein gutes Zusammenwirken von Architektur, Tragwerksplanung und Baustofftechnologie mit einem sorgfältigen baubetrieblichen Vorgehen, betonte Steidl.

Der neue, rechteckige Baukörper richte sich auf das vor längerer zeit von der Stadt erworbene Grundstück aus. Er verfüge über drei Klassengeschosse und werde unterkellert. Als Abschluss werde ein Pultdach als Kaltdach errichtet, das sich in Richtung Südosten orientiere, erläuterte der Architekt.

Steidl wies auf die Besonderheiten der rund 58 Quadratmeter großen Klassenzimmer hin, die über Sichtverbindungen zum Flur, festinstallierte Arbeitsplätze, zum Pult abklappbare Fensterbänke und große Sichtöffnungen zum Differenzierungsraum verfügten. Diese Klassenzimmer sollen neben dem klassischen Frontalunterricht auch neue Unterrichtsformen ermöglichen. Die Räume blieben variabel und offen für alle Formen Differenzierung, der Einzel- und Gruppenarbeit, für Stuhlkreise oder Kleingruppen.

Auf die Frage von Bürgermeister Birner nach der Einhaltung des enggestrickten Bauzeitenplans, berichtete Architekt Steidl erfreut, dass man diesen ersten Bauabschnitt voraussichtlich acht Wochen früher als geplant abschließen könne.

Im nächsten Abschnitt ist die neue Pausenhalle mit der Unterbringung der Verwaltung im neuen Obergeschoss über der Pausenhalle geplant. Zur späteren Realisierung einer Ganztagsschule ist eine Ausgabeküche mit Nebenräumen und Speiseraum für bis zu 100 Schüler vorgesehen.

Barrierefreiheit geschaffen

In einem weiteren Abschnitt soll die Sanierung des Bestandsgebäudes der Grundschule erfolgen. Zur Umsetzung des Konzepts „Offene Lernlandschaft“ wird im Bereich des jetzigen Treppenhauses ein zentraler Aufenthaltsbereich („Marktplatz“) mit Sichtverbindung zu den anschließenden Räumen errichtet. Das neue Treppenhaus wird an das Nordende des Gebäudes gelegt. Durch einen außenliegenden Personenaufzug wird die barrierefreie Erschließung des Gebäudes sichergestellt. Damit sind künftig alle Klassenräume barrierefrei erreichbar. Schließlich werden die Sanitärräume neu, dem künftigen Bedarf entsprechend, installiert und eingeteilt.

Letzter Bauabschnitt ist dann der Neubau der Einfachsporthalle am jetzigen Hallenstandort. Die Erschließung erfolgt über das bestehende Schulgebäude. Neben der schulischen Nutzung ist darin natürlich auch die Freizeit- und Vereinsnutzung vorgesehen. Abgerundet wird das millionenschwere Bauprogramm an der Grundschule Ledererstraße durch die Neugestaltung der Außenanlagen und des Busbahnhofs.

Wenn alles weiter so glatt läuft, soll das ehrgeizige Bauprojekt 2019/20 abgeschlossen sein.

Quelle: Probst, Karl-Heinz.
http://www.mittelbayerische.de/region/schwandorf/gemeinden/neunburg/aufwertung-fuer-bildungsstandort-22393-art1388525.html (Stand: 09.06.2016).

Neue Grundschule nimmt Gestalt an

Die Stadt Neunburg feierte das Richtfest für das Gebäude an der Ledererstraße. Die Bauarbeiten schreiten äußerst zügig voran.
Von Ralf Gohlke

Der Neubau an der Grundschule Ledererstraße wurde in fünf Monaten in Sichtbetonbauweise fertiggestellt. Derzeit laufen die Dacharbeiten. Foto: R.Gohlke

Neunburg. Der Dachstuhl besteht aus verzinkten Stahlprofilen und ist ohne Giebel, nur nach einer Seite hin schräg abfallend. Nach nur fünf Monaten Bauzeit hat der Neubau der Grundschule in der Ledererstraße seinen höchsten Punkt erreicht. Für die Bauherrenschaft, in dem Fall die Stadt Neunburg, war dies ein Grund für eine Zwischenbilanz in Form einer inoffiziellen „Hebfeier“. Den Verantwortlichen machte es nichts aus, dass es regnete, als sie über das Gerüst das Dachgeschoss erreichten. „Schon allein der Blick über die Dächer der Altstadt spricht für die Wahl des Standorts“, betonte Rektor Siegfried Bräuer.

Einen reinen Metallbau errichtet

Nachdem es sich nicht wirklich um ein Richtfest handelte, bedurfte es auch keines Richtbaums. „Es wäre schade darum gewesen, die Bäume lassen wir lieber im Wald, dort sollen sie wachsen“, sagte Architekt Michael Steidl. Eine Rolle spielte in dem Fall wohl auch, dass es sich eben nicht um eine traditionelle Zimmermannsarbeit, sondern einen reinen Metallbau handelte. Am Dienstag hatte die Firma Metallbau DreHer (Herbert Drexler) aus Bodenwöhr die Unterkonstruktion „gehoben“. Nach Fertigstellung der Verstrebungen, so Steidl, werde die Dachhaut in Form von Profilblechen befestigt. Voraussichtlich bis Ende der Woche sollten diese Arbeiten abgeschlossen sein.

Bauamtsleiter Georg Keil, Bauunternehmer Franz Wilhelm, Rektor Siegfried Bräuer, Architekt Michael Steidl und Bürgermeister Martin Birner (von links) beim Richtfest „hoch über den Dächern von Neunburg“ Foto: R. Gohlke

Grundsätzlich sei die Konstruktion auch für die Aufnahme einer Photovoltaik-Anlage ausgelegt, geplant sei diese aber vorerst nicht, erklärte der Architekt auf Nachfrage. Sie könnte sich allerdings als Ergänzung zur Erdwärmeheizung als durchaus sinnvoll erweisen, gab er Bürgermeister Martin Birner und Bauamtsleiter Georg Keil mit auf den Weg.

Ein dickes Lob gab es von Bürgermeister Martin Birner für den Baufortschritt seit Baubeginn im Februar dieses Jahres.

„Dadurch könnte der Eindruck entstehen, die Fristen würden bewusst länger gesetzt, um ein positives Bild zu erreichen“, erklärte der Architekt. Tatsache aber sei, dass die Firma Wilhelm den Auftrag hatte, das gesamte Gebäude in „Sichtbeton-Bauweise“ herzustellen, was eine besondere Herausforderung darstelle.

Dabei bestünde immer die Gefahr, dass etwas schief gehe. Das würde im Ernstfall bedeuten, die entsprechende Wand einzureißen und neu zu betonieren. „Bei dem, was da an Armierung drin ist, wäre das ein Riesenaufwand, sowohl materiell als auch zeitlich“, erklärte Steidl. Und daher müssten auch solche Zeiten zumindest eingeplant werden, um keine Überraschungen zu erleben. Dass in dem Fall keine einzige Wand eingerissen werden musste, spreche für die Qualität der Bauausführung der Firma Wilhelm. Zum reibungslosen Ablauf gehöre dabei das Ineinandergreifen von Auf- und Abbau der Schalungen und der Gießvorgänge. Noch in dieser Woche würden auch die Fenster angeliefert, die dann per Hochkran an ihre Bestimmungsorte gehoben werden. „Dann könnten wir den Kran zumindest für den Bauabschnitt abbauen“, sagte Steidl.

Architekt erläuterte Raumkonzept

Da sich aufgrund des erhöhten Aussichtspunkts gerade die Gelegenheit bot, erläuterte der Architekt den Beteiligten das weitere Vorgehen der gesamten Sanierung anhand der gut einsehbaren Gebäudebereiche. Dazu zählt der Neubau eines eingeschossigen Trakts mit Lehrerzimmer und Verwaltung über dem jetzigen Durchgang zur Schulturnhalle sowie der Abriss der alten Turnhalle samt Nebengebäuden mit entsprechendem Neubau. Im Weiteren erfährt das alte Gebäude eine Komplettsanierung einschließlich des Dachs.

Rektor Siegfried Bräuer drückte die Freude über den Baufortschritt aus, besonders deshalb, weil dadurch eine Auslagerung der Schulklassen in Container vom Tisch sein dürfte. Gut erkennbar sei in dem Neubau bereits das neue Raumkonzept, das moderne Lern- und Unterrichtsformen begünstige und auch wegweisend Räume für die künftige Ganztagsschule berücksichtige.

Bürgermeister Martin Birner begrüßte ebenso den enormen Baufortschritt, verbunden mit einem Lob an Franz Wilhelm und sein Unternehmen. Er stellte heraus, dass die Aufträge der Gewerke für den Bauabschnitt 1 bereits zum größten Teil vergeben seien. In seiner Sitzung vom 23. Juni, habe der Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss nach einer Besichtigung den weiteren Ablauf dieser größten Maßnahme der kommenden vier Jahre (Gesamtsumme rund zehn Millionen Euro) festgelegt.

Beim Blick über das Dach fiel den Teilnehmern dann doch noch ein „Richtbaum“ ins Auge, eine kleine Birke, die aus einem Kamin lugte. Der scherzhafte Verdacht keimte auf, der ehemalige Rektor Karl-Heinz Heisig, habe sie „in weiser Voraussicht“ gesät.

Quelle: Gohlke, Ralf.
http://www.mittelbayerische.de/region/schwandorf/gemeinden/neunburg/neue-grundschule-nimmt-gestalt-an-22393-art1412512.html (Stand: 04.08.2016).